Rassismus

Kurztipps

Begriffsklärung

Rassismus basiert auf einer Grenzziehung entlang von vermeintlich körperlichen und kulturellen Differenzen. Körperliche Merkmale (z.B. Hautfarbe, Augenform oder Haare), aber auch Religion, Name oder Sprache werden dazu genutzt, Menschen als nicht zugehörig und minderwertig zu markieren. Menschen werden so als einheitliche Gruppe konstruiert. Dieser Gruppe werden dann überwiegend negative Eigenschaften (z.B. unordentlich, faul), Verhaltensweisen (z.B. gewalttätig) oder Denkweisen (z.B. irrational) zugeschrieben. Diese Zuschreibungen werden verwendet, um gesellschaftliche Ungleichbehandlung zu rechtfertigen. Zudem wird die rassistische Logik genutzt, um weiße Personen aufzuwerten und nicht-weiße Personen abzuwerten und zu marginalisieren. Rassismus ist eine historisch gewachsene Konstruktion.

Antimuslimischer Rassismus konstruiert vermeintliche Unterschiede zwischen dem „Westen/Okzident“ und dem „Orient“ oder „Islam“. Kultur, Religion, Moral, Sexualität und Geschlecht werden herangezogen, um den „Westen“ aufzuwerten und den „Orient“, den „Islam“ und Muslim:innnen abzuwerten. Dabei werden allerlei Zuschreibungen durcheinander geworfen wie z.B. Muslim:innen seien rückständig, anti-westlich, gewalttätig oder übersexualisiert. Gleichzeitig wird „der Westen“ als demokratisch, gebildet und aufgeklärt konstruiert. Diese Zuschreibungen dienen einer Abgrenzung. 

People of Color (Abkürzung: PoC; Singular: Person of Color) ist eine selbstgewählte Bezeichnung von Menschen, die Rassismuserfahrungen machen. Der Begriff ist ein Bündnisbegriff, es geht also darum dass verschiedene Gruppen zusammenarbeiten können, um ihren politischen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Das Wichtigste ist dabei die Erfahrung zu teilen, rassistisch unterdrückt zu werden. So kann dem „Teile und Herrsche Prinzip“ (Gruppen werden getrennt, damit diese nicht zusammen für Veränderungen kämpfen können) entgegengewirkt werden. PoCs sind zum Beispiel: Migrant:innen, Schwarze Menschen, Juden und Jüdinnen, Muslim:innen, Roma:nja, Sinte:zza, Asiatische Menschen, Lateinamerikanische Menschen (…).

Schwarz ist eine Selbstbezeichnung von und für

Menschen, die afrikanische bzw. afrodiasporale

Bezüge haben. Schwarz-Sein bezieht sich

nicht auf die Hautfarbe, sondern ist ein Konstrukt, das

eine gemeinsame Identität und gegenseitige Solidarität

aufgrund gemeinsamer Erfahrungen mit Rassismus

und Kolonialismus benennt und die strukturell

benachteiligte Position innerhalb des rassistischen

Machtverhältnisses bezeichnet. Um hervorzuheben,

dass es sich bei Schwarz um eine Selbstbezeichnung

handelt, wird der Begriff groß geschrieben (GLADT e.V.).

BPoC (Black People and People of Color) wird häufig verwendet, um nicht nur People of Color einzuschließen, sondern ausdrücklich Schwarze Menschen mit einzubeziehen. Seltener wird bisher der Begriff  BIPoC (Black, Indigenous, People of Color) in Deutschland verwendet. BIPoC bezieht neben Schwarzen Menschen auch explizit indigene Menschen einbezieht. Indigene Menschen ist eine übergeordnete Selbstbezeichnung für Menschen, die ein Gebiet bereits bewohnten, bevor sie von Gruppen aus anderen Teilen der Welt unterworfen, untergeordnet oder kolonialisiert wurden oder ihr Gebiet Teil eines Staates wurde (z.B. Aborigines, Tuareg, Maya, Massai usw.)

 

Weiß bezeichnet ebenso wie Schwarz in Bezug auf Rassismus keine biologische Eigenschaft und keine reelle Hautfarbe, sondern eine politische und soziale Konstruktion. Weißsein drückt die dominante und privilegierte Position innerhalb des Machtverhältnisses Rassismus aus, die sonst zumeist unausgesprochen und unbenannt bleibt. Weißsein ist ein unbewusstes Selbst- und Identitätskonzept, das weiße Menschen in ihrer Selbstsicht und ihrem Verhalten prägt und sie an einen privilegierten Platz in der Gesellschaft verweist (z.B. durch den Zugang zu Ressourcen). 

Weißsein kritisch zu reflektieren etablierte sich in den 1980er Jahren als Paradigmenwechsel in der Rassismusforschung. Anstoß hierfür waren die politischen Kämpfe und die Kritik von People of Color

Hijab (auch Hidschāb) bedeutet Verhüllung und wird in Deutschland oft wie das Wort „Kopftuch“ verwendet. Gemeint ist ein Tuch, das den Kopf, meist auch den Hals und teils die Schultern bedeckt, das Gesicht aber freilässt. Es gibt viele verschiedene Trageweisen des Hijab. Meist liegt das Tuch – im Gegensatz zu einem Kopftuch – relativ eng an. Laut einer Umfrage unter Musliminnen in Deutschland trägt von den stark Gläubigen unter ihnen jede Zweite nie ein Kopftuch. 

Nach: Glossar Neue Deutsche Medienmacher:innen

Maafa „(…) kommt aus dem Kiswahili, bedeutet ‚Katastrophe, große Tragödie, schreckliches Ereignis‘ und bezeichnet die komplexe interdependente Gemengelage von Sklaverei, Imperialismus, Kolonialismus, Invasion, Unterdrückung, Entmenschlichung und Ausbeutung.“ (Aus: Wie Rassismus aus Wörtern spricht – (K)erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk S.594)  Maafa wählt bewusst eine afrikanische Sprache, als Form der Selbstaneignung, und thematisiert neben der weißen Gewalt auch Widerstand und Emanzipation. In den USA sind beide Begriffe inzwischen im Bereich der African, African American und Pan-African Studies gängig. Entwickelt hat dieses Konzept die afrikanisch amerikanische Theoretikerin und Aktivistin Marimba Ani.

Welche Strategien kann ich nutzen, um Rassismus nicht zu reproduzieren?

Welche Strategien kann ich nutzen, um antimuslimischen Rassismus nicht zu reproduzieren?

Rassistische Sprache hinterfragen

Hier gibt es eine Auswahl zu wichtigen Glossaren und/ oder Lexika in denen sich Begriffe und Ausdrücke recherchieren lassen

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Wie kann ich rassismuskritisch fotografieren?

Diese Checkliste unterstützt beim rassismuskritischen Fotografieren und ermöglicht ein kritisches Hinterfragen der eigenen fotografischen Tätigkeit.

Wie kann ich dunkle Hauttöne rassismussensibel abbilden?

Fotograf:innen und Filmende finden hier technische Tipps, die helfen können dunkle Hauttöne nuanciert abzubilden.