Domain of One’s Own

Domain of One’s Own – eine Philosophie

“Domain of One’s Own (DoOO) is not just a platform. It’s a philosophy.“ So beschreibt die University of Mary Washington das dort von Martha Burtis, Jim Groom, Tim Owens u. a. entwickelte Konzept. Dahinter steht die Idee, Studierende dazu zu befähigen, sich sicher im World Wide Web zu bewegen und Verständnis für demokratische, rechtliche, soziale und ethische Fragen im Netz zu entwickeln. Dafür erhalten die Studierenden zu Beginn ihres Studiums von ihrer Hochschule eine eigene Domain inklusive Webspace, die sie frei nutzen können. So lassen sich zum Beispiel Lernprozesse dokumentieren, Podcasts hosten, Blogs erstellen oder die Studierenden können mit offenen Daten arbeiten sowie einen persönlichen Internetauftritt gestalten. Sie entwickeln unabhängig von Fachrichtung und Semester ein eigenes Verständnis für die Funktionsweise und die Mechanismen des Webs.

Bisher existieren überwiegend englische Materialien zu dem Thema. Hier setzt das von der HOOU an der HAW Hamburg geförderte Projekt an: Ziel ist es, bestehende Inhalte zu Domain of One’s Own zu übersetzen und die Informationen damit leicht zugänglich machen, sodass dieses Konzept in Deutschland bekannter wird. Die Kernelemente, Learnings und Prozesse sollen in unterschiedlicher Form angepasst und kontextualisiert und Umsetzungsoptionen aufgezeigt werden. Zu den Materialien gehören zum Beispiel ein Podcast sowie verschiedene schriftliche Handreichungen. Dabei sollen hochschulstrategische Fragestellungen ebenso adressiert werden wie Lehrentwicklung und Studierendengewinnung.

Die bereitgestellten didaktischen Einführungen sollen es Lehrenden ermöglichen, Domain of One’s Own an ihrer eigenen Institution zu testen oder sogar einzuführen und so eine transdisziplinäre und kollaborative Arbeitsweise zu befördern. Für die nachhaltige Implementierung ist neben der Unterstützung bei der technischen Umsetzung vor allem der Rückhalt durch die Hochschulleitungen entscheidend.

Wir dürfen gespannt sein, ob sich dieser Grad an Offenheit auch an deutschen Hochschulen etablieren kann und die Studierenden demnächst ihre digitalen Kompetenzen außerhalb von traditionellen, geschlossenen Lernmanagementsystemen erwerben dürfen.

Fragen:

Warum OER die Welt verbessern:

  • OER mit zu großen Hoffnungen zu überfrachten, wird sicher nicht zu einer Weltverbesserung beitragen. Aber: Wenn Bildungsmaterialien frei zugänglich und editierbar sind, kann das helfen: Lehrende können so leichter individualisieren und ihren Kontext einbringen, Lernende können einfacher auf Lernmaterial zugreifen, es ändern und selbst erstellen.

Wie meine OER die Welt verbessert:

  • Alleine davon, dass wir unser Projekt umsetzen, wird die Welt nicht zwangsläufig besser. Wir hoffen aber, dass dank des Projekts die ein oder andere Hochschule in Deutschland den Anstoß bekommt, das Konzept Domain of One’s Own umzusetzen, und dass unsere Materialien sie dabei unterstützen. Dann wird zumindest für die dortigen Studierenden das Studium besser, das Lernen im Netz interessanter und sehr viel näher an der Lebenswirklichkeit orientiert sein.

Wie ich auf die Idee zu meiner OER kam:

  • Christian hat von dem Konzept gehört, die Lernprozesse und Ergebnisse von Studierenden im Netz über Jahre gesehen und begleitet. Er hat immer wieder versucht, das Konzept auch in deutschsprachigen Hochschulen zu testen und anzupassen. Katharina hat in den letzten Jahren mit Christian über Domain of One’s Own gesprochen und überlegt wie sich ein international so renommierter und interessanter Ansatz auch in Deutschland umsetzen lassen kann. So haben wir beide kurzentschlossen bei der Hacks & Tools die Einreichung beschlossen und umgesetzt.

Meine Lieblings-OER:

  • Trotz aller Schwächen: Wikipedia. Die freie Enzyklopädie hat in den letzten Jahren wie kein anderes Projekt zu freiem Wissen beigetragen. In den letzten Jahren haben viele Frauen und marginalisierte Gruppen zurecht angeprangert und daran gearbeitet, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, unter Autor*innen und in der Enzyklopädie selbst, während sich die alteingesessenen Autoren störrisch zeigten. Wenn hier nun endlich ein Durchbruch gelingt, wird die Wikipedia auch in Zukunft Vorzeige-OER sein können.

Warum mir mein Projekt so wichtig ist:

  • Domain of One’s Own ist simpel, straightforward, komplex und schillernd zugleich. Dieser Facettenreichtum ist in anderen Projekten nur schwer zu finden.

Welche Ziele möchte ich mit der Projektförderung umsetzen:

  • Wir möchten die Sichtbarkeit und das Verständnis von Domain of One’s Own im deutschsprachigen Raum erhöhen, damit Hochschulen – Studierende und Lehrende – damit arbeiten können.

 

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