02. Recherchetechniken

Susanne Lehnard-Bruch, Leiterin der Bibliothek der HCU, gibt Hinweise zur richtigen Recherche – Google, Kataloge, Datenbanken:


Techniken

Die Suche nach Literaturquellen für eine wissenschaftliche Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Forschungsarbeit. Für die meisten Studierenden ist dieser Schritt aber nicht ganz einfach, denn um ein Thema ausführlich zu recherchieren, muss ich erstmal wissen was ich suche. Das ist so ein bisschen wie das Henne-Ei-Problem.

Daher ist eine intensive Recherche ein zirkulärer Prozess: Ich gehe zuerst von ganz einfachen Informationspunkten (wie etwa meinem Thema als Oberbegriff) aus. Mit diesen Begriffen führe ich eine erste Recherche durch und erhalte so präzisere Informationen zu meinem Thema. Mit diesen neuen Informationen kann ich eine bessere Recherche vornehmen und so weiter. Auf diese Weise kann ich mich meinem Thema immer mehr annähern, während mein Verständnis immer weiter anwächst. Die Recherche hilft mir dabei immer genauere Informationen zu erhalten.

Suchbegriffe

Um die erste Recherche zu beginnen ist es hilfreich, ein kurzes Brainstorming zu machen und die zentralen Begriffe deines Themas aufzuschreiben. Diese Begriffe kannst du dann in die Suchfunktion von Suchmaschinen, Datenbanken und Katalogen eingeben. Um deine Begriffsliste zu erweitern, hilft es sich Variationen zu überlegen, einen Thesaurus zu benutzen, um Synonyme zu finden, oder Verallgemeinerungen (eine Begriffsebene über deinem Begriff) und Spezialisierungen (eine Begriffsebene unter deinem Begriff) zu suchen.

Praxisbeispiel

Hier ein praktisches Beispiel zur Suche nach Begriffen:

Wenn du das Thema „Kraftfahrzeug“ recherchierst, dann wären folgende weitere Begriffe auf der Liste: KFZ, Auto, PKW, Motorrad, LKW, Mofa, etc. …

Du könntest nun aber auch Variationen nutzen (also Automobil für Auto) oder einen Thesaurus befragen (der Zugmaschine, Laster oder Brummi für den Begriff „LKW“ ausgibt) oder nach Verallgemeinerungen (Transportmittel) oder Spezialisierungen (Sportwagen, Cabrio, Coupe) suchen.

Sprache

Bedenke bei deiner Recherche, dass Deutsch nicht die einzige Wissenschaftssprache ist, und dass du auch in anderen Sprachen nach Material suchen kannst. Natürlich ist es hierfür erforderlich, dass du die Sprache verstehst, in der du suchen willst. In der Wissenschaft sind Englisch-Kenntnisse von großem Vorteil, doch auch die Kenntnis anderer Sprachen können dir zusätzliches Material eröffnen. Nutzt du Material auf Spanisch, Griechisch oder Russisch (oder jeder anderen weniger verbreiteten Sprache), solltest du aber beim Zitieren eine Übersetzung mitliefern. In der deutschen Wissenschaft werden Englisch und Deutsch (manchmal auch Französisch und Spanisch) als bekannt vorausgesetzt, andere Sprachen werden üblicherweise übersetzt.

Google

Der Suchmaschinen-Riese ist in vielerlei Hinsicht die Nummer Eins der studentischen Recherche, doch nur die wenigsten wissen mit den vielfältigen Funktionen der Suchmaschine umzugehen, daher hier ein paar Tipps:

  • Es gibt nicht nur die Google-Suche, sondern auch Spezialsuchen. So finden sich auf der Ergebnisseite der Suche etwa die Optionen nach Bildern, Videos, oder News zu suchen. Noch spezieller sind Suchanfragen nicht an Google, sondern an Google Scholar (scholar.google.com) für wissenschaftliche Ergebnisse, Google Books (books.google.com) für Bücher oder das brandneue Google Arts & Culture (https://www.google.com/culturalinstitute/beta/?hl=de) für Kunstwerke u.ä.
  • Ergebnisse lassen sich mit Hilfe des Reiters „Suchoptionen“ (über den Ergebnissen) einschränken bzw. sortieren. Hier gibt es etwa die Möglichkeit Ergebnisse nach Land oder Sprache zu definieren oder den Zeitraum der Ergebnisse einzuschränken.
  • Google bietet zusätzlich zu den üblichen logischen Operatoren noch weitere spezifische.
    • Filetype: → Der Befehl ermöglicht die Suche nach speziellen File-Formaten wie .pdf, .avi oder .xls.  filetype:pdf liefert nur pdf-Dateien als Ergebnisse.
    • Site: → Der Befehl ermöglicht das gezielte Suchen auf spezifischen Websites. site:*.edu etwa liefert in Kombination mit Platzhalter eine Suche auf „educational“ Websites.
    • Related: → Der Befehl sucht nach Websites, die ähnlich der eingegeben sind. related:spiegel.de produziert Nachrichtenseiten wie focus.dewelt.de oder zeit.de
    • Inurl: → Der Befehl sucht nach Websites, deren Name einen bestimmten Begriff enthält. inurl:spiegel würde also nicht nur die Seite des Nachrichtenmagazins produzieren, sondern auch Amazon-Produktseiten für Spiegel oder die Seite des Hotel Spiegel in Köln.

Rechtliche Hinweise zum Kopieren und Scannen

Studierende dürfen für die eigene wissenschaftliche Forschung bis zu 75% eines Werkes vervielfältigen. [1] Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine Kopie oder ein gescanntes Dokument handelt. Die Kopien oder das gescannte Dokument dürfen nicht weitergegeben, an andere gemailt oder auf andere Weise öffentlich zugänglich gemacht werden (z. B. Hochladen auf eine Plattform).

Aufsätze aus E-Journals sowie vollständige E-Books bzw. Auszüge daraus können zum eigenen Gebrauch heruntergeladen werden. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht erlaubt.

Die Übernahme fremder Inhalte (Text, Grafik, Foto etc.) in die eigene wissenschaftliche Arbeit oder Präsentation ist ohne Zustimmung des Urhebers nur als Zitat möglich. Dabei muss die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt sein: Das Zitat muss als Beleg für die eigene Aussage dienen, also der Erläuterung, Veranschaulichung oder Untermauerung, nicht zur Auflockerung oder Illustration. Wichtig ist: Die Übernahme muss unverändert erfolgen und die Stelle mit Quellenangabe als Zitat gekennzeichnet sein.

[1] Von einem kommerziellen Zweck ist bei Studierenden nicht auszugehen. Nicht erlaubt sind: (1) Die Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung vollständiger Artikel aus Zeitungen und nicht wissenschaftlichen Zeitschriften. Von diesen dürfen sich die Studierenden nur eine analoge Kopie erstellen. (2) Die Vervielfältigung von mehr als 6 Notenseiten.


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03. Operatoren

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Lektion 6: Recherche