Diagramm, Tabelle, Chart – es gibt zahlreiche Arten Daten, Zahlen und Fakten visuell abzubilden. Doch welche Art der Visualisierung wird wofür eingesetzt? Wie kommt der didaktische Inhalt am besten rüber? Es macht Sinn sich darüber Gedanken zu machen.

Eines der ältesten Diagramme von 1783, gemeinfrei

Zahlen deutlich machen

Manchmal macht es Sinn die Zahlen einfach so darzustellen, wie sie sind: als Zahlen. So hinterlassen sie einen großen Eindruck.

Visualisierung der Klimakatastrophe: Zahlen deutlich gemacht. Quelle: https://howtochangearunningsystem.info, CC BY-SA

Tabellen

Tabelle, schematisch

Wann können Sie die Tabelle verwenden?

  • Bei einer größeren Anzahl an einzelnen Daten (Text oder Zahlen)
  • Wenn es um exakte Zahlen geht, also auch um die Dezimalstellen
  • Wenn Sie einen Überblick über viele Daten schaffen wollen
  • Wenn Sie Informationen genau und detailliert vermitteln wollen
  • Wenn Sie einen Vergleich von vielen Daten schaffen wollen

Diagramme

Diagramme können eingesetzt werden, um Daten und Zahlen darzustellen, um einen Eindruck zu vermitteln, um Vergleiche oder Trends aufzuzeigen. 

Das Torten-, Donut- oder Kreisdiagramm

Wann können Sie das Tortendiagramm verwenden?

  • Um die Anteile einzelner Daten an der Gesamtheit darzustellen
  • Um Relationen auf den ersten Blick deutlich zu machen
Tortendiagramm. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pie_charts.png, Twhitten, CC BY-SA 4.0

Das Balken- und Säulendiagramm

Balkendiagramm, schematisch

Wann können Sie das Balkendiagramm verwenden?

  • Wenn eher wenige Einzeldaten vorliegen
  • Für einen direkten Zahlenvergleich
  • Um drastische Kontraste oder Ähnlichkeiten aufzuzeigen
  • Um drastische Veränderungen oder Konstanzen aufzuzeigen
  • Um Rangfolgen darzustellen

Das Linien- oder Kurvendiagramm

Ein Liniendiagramm zur Erderwärmung. Quelle: https://howtochangearunningsystem.info, CC BY-SA

Wann können Sie das Liniendiagramm verwenden?

  • Wenn Sie von einer Datenreihe eher viele Daten haben
  • Wenn Sie mehrere Datenreihen haben
  • Wenn Sie einen Trend oder Verlauf darstellen wollen

Das Streudiagramm

Wann können Sie das Streudiagramm verwenden?

  • Wenn Sie den Zusammenhang zweier Größen aufzeigen wollen
  • Für wissenschaftliche Daten
Streudiagramm. Quelle: Philipendula – StreuJit.png, CC BY-SA 3.0

Charts

Charts setzen Sie ein, um Begriffe zu veranschaulichen. Sie dienen der Strukturierung, dem Ordnen von Gedanken und Wissen, der Orientierung und dem Explorieren.

Prozess-Chart, schematisch

Wann können Sie Charts verwenden?

  • Wenn Sie Themen, Begriffe, Kategorien und Aussagen visuell darstellen wollen
  • Wenn Sie einen Zusammenhang zwischen diesen Aussagen zeigen wollen
  • Es gibt verschiedene Charts, je nach zugrundeliegender Information: Zeitchart, Organigramm, Prozesschart (Flowchart), Netze (z. B. Mindmap)
Eine Art Mind Map zum Thema Kipp-Punkte. Quelle: https://howtochangearunningsystem.info, CC BY-SA

Fotografien und Illustrationen

Eine Illustration zur Klimakrise, Sanduhr – Illustration von Lukas Jüliger für Howtochangearunningsystem.info Lizenz: CC BY-SA 4.0

Abbildungen sind ein Realitätsersatz. Die Betrachter sollen sich „ein Bild von etwas machen können“. Setzen Sie Abbilder ein, um ein Thema genauer zu veranschaulichen. Gut gemachte Abbildungen vermitteln Sachverhalte schnell und nachhaltig. Abbildungen haben zwei Funktionen: Identifizieren (Wie sieht xy aus? Wie funktioniert es?) und Vergleichen (vorher/nachher, A und B). Verwenden Sie eine Fotografie, um ein maximal realistisches Bild von dem Thema zu vermitteln (z. B. im medizinischen Bereich). Verwenden Sie eine Illustration, um einen komplexen, aber konkreten Sachverhalt visuell darzustellen. 

Literatur

  • Henschel, Gerhard (2003). Die wirrsten Grafiken der Welt. Hoffmann und Campe Verlag.
  • Heber, Raimar. (2016). Infografik. Gute Geschichten erzählen mit komplexen Daten.2. Auflage. Bonn: Rheinwerk Design
  • Knaflig, Cole Nussbaumer (2017). Storytelling mit Daten. Die Grundlagen der effektiven Kommunikation und Visualisierung mit Daten. München: Vahlen.

MARTINA SCHRADI berät und lehrt an der HAW Hamburg und an der Uni Basel zu Didaktik und Gestaltung von digitalen Lernangeboten. Außerdem zeichnet sie Comics.
Sie erreichen Martina unter martina.schradi@haw-hamburg.de


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Lizenzhinweis: Barrierearme Lehrmaterialien gestalten, Dorothee Wagner | HOOU@HAW, CC BY 4.0.