Fake News sind ein beliebtes Instrument zur Meinungsmanipulation geworden. Und sie nehmen immer mehr überhand und sind immer schwerer zu erkennen. Studien zeigen etwa, dass Nutzer:innen online mehr falsche als wahre Nachrichten teilen (1).

Es liegt auf der Hand, dass der Wirkmechanismus von Fake News mit all seinen Gefahren auch vor der Schul- und Hochschulbildung nicht Halt macht. Lehrende müssen daher ggf. zunächst selbst sensibilisiert werden und sich dazu befähigen, Fake News zu erkennen. 

Zu diesem Thema gibt es auch einen Podcast aus der Reihe „Hamburg hOERt ein HOOU“

Digitale Kompetenzen erwerben

Diese Kompetenzen sollten dann natürlich auch den Lernenden vermittelt werden. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Schüler:innen und Studierenden, die zwar als „digital natives“ aufgewachsen sind, diese Kompetenzen automatisch wie von selbst erlangt haben (1). Nicht umsonst hat auch die Kultusministerkonferenz (KMK) eine Strategie zur Vermittlung digitaler Kompetenzen vorgelegt. Diese umfassen sechs Kompetenzbereiche: das Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren, das Kommunizieren und Kooperieren, das Produzieren und Präsentieren, das Schützen und sicher Agieren, das Problemlösen und Handeln, das Analysieren und Reflektieren (3). Es wird deutlich, dass diese Kompetenzen auch dazu befähigen, Falschinformationen als solche zu erkennen. 

Die KMK hält auch konkrete Handlungsempfehlungen für Schule und Hochschule vor. Viele Hochschulen haben bereits ein darauf abgestimmtes Bildungsprogramm für Studierende entwickelt oder sind gerade dabei. 

Als ein Beispiel sei das Projekt „Digital Literacies“ der Universität Basel genannt. Es enthält zahlreiche Ressourcen zur Stärkung der eigenen „Digital Skills“ und Kenntnisse im Bereich des Digitalen: Digital Skills | Projekt «Digital Literacies» .

Als weiteres Beispiel sei hier auf das Hochschulzertifikat für digitale Kompetenzen der Technischen Hochschule Nürnberg verwiesen: Digitale Kompetenzen – Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Sensibilisierung für Falschnachrichten und Reflexionsfähigkeit

Was können Lehrende darüber hinaus tun, um ihre Studierenden zum Erkennen von Fake News zu befähigen? Sensibilisierung und Reflexionsfähigkeit sind zwei wichtige und grundlegende Handwerkszeuge. „Glaubt mir nicht blind!“ ist daher ein Leitsatz der Lehrpreisträgerin der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und Professorin für Psychologie Nicole Harth. Ihr ist es ein besonderes Anliegen, kritisches Denken bei ihren Studierenden zu fördern. „Einer der ersten Sätze in meinen Veranstaltungen ist, dass mir die Studierenden nicht blind glauben sollen. Ich ermutige sie dazu, nachzufragen und bringe ihnen die Methoden bei, wie man systematisch und wissenschaftlich Fakten prüft. Das ist in Zeiten von ‚Fake News’ eine ungeheuer wichtige Eigenschaft“, meint Nicole Harth. (2)

Wie kritisches Denken gefördert werden kann, ist eine wichtige hochschuldidaktische Kompetenz und wird an vielen Hochschulen als Weiterbildung angeboten.

Checklisten und Faktenchecker

Inzwischen gibt es auch handfeste Checklisten sowie Methoden und Tools, wie etwa professionell entwickelte Faktenchecker, die helfen Fake News zu entlarven.

Beispiel für eine Checkliste

Quelle: https://www.synergie.uni-hamburg.de/de/media/ausgabe05/synergie05-beitrag09-egbers-himmelrath-reinken.pdf, Autor:innen: Julia Egbers, Armin Himmelrath & Niklas Reinken, 2018, CC BY-ND 4.0

5 Tipps gegen Fake News

Checkliste der Bundeszentrale für politische Bildung

Quelle: https://storage.sbg.cloud.ovh.net/v1/AUTH_e8fb231d58fc40ed9af2a222b6ee4c49/KONTENA-PRODUCTION-HOOU/ed04749f-264c-490d-a56b-3a2f9a357a53/original.png
Namensnennung: Bundeszentrale für politische Bildung, veröffentlicht am 08. März 2022
Lizenz: CC BY-ND 3.0

 Faktenchecker, eine geprüfte Auswahl 

Kompetenzvermittlung zur Erkennung von Fake News – ein Lernangebot

Ein neues Lernangebot auf HOOU.de widmet sich der Kompetenzvermittlung zur Erkennung von Fake News speziell in den Medien und ist im Rahmen der Initiative #UseTheNews entstanden. Die Initiative setzt sich für die Förderung von Nachrichtenutzung und -kompetenzen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein. Das Lernangebot wendet sich an Lehrende, die Kompetenzen im Umgang mit Informationen aus dem Netz vermitteln wollen. Dazu werden Tipps für den Umgang mit potenziellen Falschinformationen und praktische Beispiele vorgestellt. Diese werden um zahlreiche weiterführende Links zu tiefergehenden Angeboten ergänzt, wie z.B. zu Faktencheckern. Lernangebot ansehen · Ukraine-Krieg und Falschinformationen auf Social Media · HOOU

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Julia Egbers, Armin Himmelrath & Niklas Reinken: Wie umgehen mit Fake News? Digitale Kompetenzen für eine Zukunftsaussicht Bildung in künftigen Lehr- und Lernprozessen. Synergie. Fachmagazine für Digitalisierung in der Lehre, #5, 2018 https://www.synergie.uni-hamburg.de/de/media/ausgabe05/synergie05-beitrag09-egbers-himmelrath-reinken.pdf, CC BY-ND 4.0
  2. „Glaubt mir nicht blind!“ – Hochschullehre auf Augenhöhe, die Nachrichten, 2019 https://idw-online.news/de/2019/10/30/glaubt-mir-nicht-blind-hochschullehre-auf-augenhoehe/
  3. Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kultusminiusterkonferenz, 2016 https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/PresseUndAktuelles/2018/Digitalstrategie_2017_mit_Weiterbildung.pdf
  4. Teaserbild: Quelle: https://www.synergie.uni-hamburg.de/de/media/ausgabe05/synergie05-beitrag09-egbers-himmelrath-reinken.pdf, Autor:innen: Julia Egbers, Armin Himmelrath & Niklas Reinken, 2018, CC BY-ND 4.0
  5. Foto im Text: von Madison Inouye von Pexels

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

MARTINA SCHRADI berät und lehrt an der HAW Hamburg und an der Uni Basel zu Didaktik und Gestaltung von digitalen Lernangeboten. Außerdem zeichnet sie Comics.
Sie erreichen Martina unter martina.schradi@haw-hamburg.de